Wenn man Menschen fragt, auf was sie keinesfalls verzichten können, dann kommen Antworten wie Essen und Trinken, Freunde, Familie, Beruf(ung), Bücher, Theater, Sport, Urlaub, Yoga u.v.a.m…. Merkwürdigerweise kommt fast nie die Antwort “atmen”, denn das geschieht so selbstverständlich, dass wir es meist nicht wahrnehmen. Dennoch ist der Atem das Lebensnotwendige schlechthin! Bevor wir ohne Trinken und Essen verdursten oder verhungern, werden wir ohne Atem ersticken, dennoch messen wir ihm kaum oder keine Bedeutung bei. Doch der Atem kann soviel mehr als uns mit dem notwendigen Sauerstoff versorgen – darum sollten wir ihm mehr Aufmerksamkeit schenken!

Zusammen mit körperlicher Bewegung hält der Atem unser Lymphsystem in Schwung, das beim Abtransport von Giftstoffen hilft. Mittelbar werden 70% aller Abfallstoffe des Körpers über den Atem ausgeschieden, weitere 20% werden über die Haut und nur 10% über Ausscheidungen des Verdauungstrakts entsorgt.

Der Atem versorgt uns nicht nur mit Sauerstoff und befreit uns von überflüssigem Kohlendioxid. Wir können uns über die Atmung auch von negativen Emotionen lösen und damit Herz und Seele befreien. Mit der Einatmung nehmen wir nicht nur die materielle Luft in uns auf, sondern wir verbinden uns auch mit der Umgebung. Mit der Ausatmung geben wir ab und lassen los. Wenn wir bewusst atmen oder den Atem einfach nur bewusst beobachten, können wir beispielsweise in einer Meditation einen bestimmten Geisteszustand erreichen. Denn nicht nur äußere Einflüsse, die bestimmte Gefühlszustände auslösen wie Wut, Erregung, Angst, Panik (hier wird der Atem schnell und flach) oder auf der anderen Seite Ruhe, Gelassenheit (hier ist die Atmung tiefer, langsamer) beeinflussen den Atem, sondern umgekehrt können wir durch eine bewusste Steuerung unseres Atems in bestimmten Situationen auch unsere körperliche und geistige Reaktion darauf positiv und bewusst beeinflussen.

In der altindischen Sprache Sanskrit wird der Atem „Prana“ genannt,  was so viel bedeutet wie Lebensenergie. Pranayama bezeichnet die Regulierung und Vertiefung der Atmung, die Zusammenführung von Körper und Geist durch den Atem. Dann ist man im gegenwärtigen Moment. Nur im gegenwärtigen Moment findet das Leben wirklich statt. Mit dem Kommen und Gehen der Atmung ist der Mensch mit seinem innersten Wesen verbunden.

https://www.mayr-kuren.de/mayr-kur-entgiften-mit-atmen.html

Regelmäßige Atemübungen zeigen schon bald Wirkung, so dass das Üben leichter fällt. Hier kommen einige der bekannteren Atemübungen. Einfach ausprobieren und von der Wirkung überraschen lassen!

Kapalabathi

bedeutet wörtlich Licht, Glanz, Leuchten (Bhati) des Schädels (Kapala) oder “Schädelerhellung”. Kapalabhati bezeichnet im Yoga und Ayurveda eine Atemübung mit einer schnellen Folge starker Ausatmungen und automatischer Einatmungen. Sie ist eine der beliebtesten und wirkungsvollsten Atemübungen. Auf körperlicher Ebene befreit Kapalabhati unter anderem die Nasennebenhöhlen und hilft bei der Reduzierung von Kapha (Schleim). Auf energetischer Ebene aktiviert Kapalabhati das Prana, auf geistiger Ebene verhilft es zu einem klaren Kopf.

https://www.youtube.com/watch?v=tw1Ic8b9sv4

https://www.yogaeasy.de/artikel/pranayama-kapalabhati-das-schaedelleuchten

 

Wechselatmung

Auf körperlicher Ebene hilft die Wechselatmung, die Lungenkapazität zu erhöhen und die Atmung unter Kontrolle zu bringen. Besonders die Perioden des Atem-Anhaltens sind ein gutes Training für Herz und Kreislauf. Sie hilft, die Nasendurchgänge zu öffnen. Wechselatmung ist vorzüglich gegen Allergien, Heuschnupfen und Asthma und wirkt vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten. Sie wirkt ausgleichend und harmonisierend auf alle Körpersysteme. 

Auf geistiger Ebene fördert die Wechselatmung die Konzentrationsfähigkeit und bereitet den Geist auf die Meditation vor. Sie hilft, zur inneren Ruhe und Kraft zu finden. Emotionale Ungleichgewichte werden umgewandelt in das ruhige Gefühl der Stärke und Kraft.

https://www.yogaeasy.de/artikel/alles-ueber-anuloma-viloma-wechselatmung