Auf der Nordhalbkugel überschreitet der Sommer im Laufe des August langsam seinen Höhepunkt. Es gibt sonnige, trockene Tage, der Himmel scheint endlos blau und in der Regel ist die Luft im August frisch, klar und trocken. Die Tage werden wieder kürzer und gegen Ende des Monats können Tautropfen am Morgen die Vorboten des kommenden Herbstes sein. Die zunehmende Frische bringt uns wieder mehr Energie und Klarheit, die uns im schwül-warmen Juli manchmal fehlt.

Der August ist der Monat, in dem die Pitta-Zeit (https://eat-yur-life.de/pitta/) langsam in die trockenere, kühlere Vata-Zeit (https://eat-yur-life.de/vata/) übergeht. Wir sollten auch unseren Körper entsprechend auf den herannahenden Übergang in den Herbst vorbereiten und unsere Ernährung wieder etwas reichhaltiger, süßer, feuchter gestalten. Wenn wir uns dafür den ganzen August Zeit nehmen, kann es dabei helfen, uns im kommenden Herbst eher aktiv und balanciert als fahrig und nervös zu fühlen.

Hier gibt es beispielsweise 10 abwechslungsreiche Rezept-Ideen für den August. Die Gerichte sind alle leicht zuzubereiten und schmecken köstlich: https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/10-Ayurvedic-Recipes-for-August/6064

Exkurs “Nachtschattengewächse”:

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um an dieser Stelle noch kurz etwas zu dem immer wieder nachgefragten Thema “Nachtschattengewächse” zu schreiben. Zu den Nachtschatten zählen beispielsweise Tomaten, Paprika, Auberginen, Kartoffeln. Es gibt auch giftige Nachtschattengewächse wie beispielsweise die schwarze Tollkirsche oder den Stechapfel und Tabak. Alle Nachtschatten enthalten giftige Alkaloide und/oder Tropane. Trotzdem sind die uns bekannten Gemüse-Nachtschatten essbar, wobei die Kartoffel in rohem Zustand für uns ungenießbar ist. Die erwähnten giftigen Alkaloide und Tropane können die Ursache für entzündliche Reaktionen bis hin zu tödlichen Vergiftungen sein. Am bekanntesten ist dabei sicherlich das Nikotin der Tabakpflanze, das Atropin der Tollkirsche oder das Solanin unserer Gemüse-Nachtschatten mit höchsten Konzentrationen in Aubergine und Kartoffel. Solanin verursacht anhaltende Muskelkontraktionen, Krämpfe und beim morgendlichen Aufstehen oder wenn wir längere Zeit sitzen, erleben wir dies als Muskelverhärtung und Steifigkeit. Darüber hinaus zerstört Solanin die Zellwände in der Darmwand und eine Solanin-Vergiftung führt im schlimmsten Fall zu blutigem Stuhl … Doch auch die chronische Vergiftung durch geringe Dosen schädigt bereits die Darmwand und ist Türöffner für weitere Erkrankungen, die wir allerdings nur selten mit einer Darmschädigung oder Nachtschatten-Verzehr in Verbindung bringen. (Quelle und weitere Informationen auch zu Alternativen:  https://www.foodfibel.de/blog/kartoffel-tomate-ersetzen/ )

Für mich gilt hier wie fast immer: die Dosis und der persönliche und individuell verschiedene Typ scheinen entscheidend zu sein und auch Region und Zubereitung haben wohl eine Bedeutung: in Italien beispielsweise werden ausschließlich regionale, voll ausgereifte und häufig gegarte und geschälte Nachtschattengewächse (Antipasti, Tomatensauce) verzehrt.

Im Ayurveda gibt es folgende Empfehlung: Tomaten für sind für Kapha-Typen in Maßen im August möglich, von Pitta- und Vata-Typen sollten Nachtschattengewächse gemieden werden, um eine möglicherweise bereits strapazierte Leber zu entlasten. Auch hier gilt es, aufmerksam auf den eignen Körper zu hören und eventuell vorhandene Symptome vor diesem Hintergrund zu betrachten und einfach probeweise zu testen, ob durch einen Verzicht eine Verbesserung erzielt werden kann. Wenn dies der Fall ist, kann ein weitgehender Verzicht leichter werden.

Vata

Wenn im Laufe des August die Luft trockener wird, beginnt langsam die Vata-Saison, das bedeutet, Vata-Zustände wie körperliche Trockenheit (Haut, innere Organe, Neigung zur Verstopfung), Nervosität, Fahrigkeit können auftreten bzw. sich verstärken. Hier helfen Ölmassagen, mehr gesunde Fette und Öle in der Ernährung und insgesamt eher soßige, cremige Konsistenz der Nahrung. Wie immer sind für Vata-Typologien (leicht) gegarte Nahrungsmittel besser bekömmlich als Rohkost.

Pitta

Die während eines heißen und möglicherweise schwül-warmen Sommers sich anbahnenden Pitta-Symptome zeigen sich mit zunehmender Trockenheit im August in Form von Hautirritationen oder Entzündungsneigung. Hier sollte insbesondere der Verzehr von scharfen Nahrungsmitteln und Nachtschattengewächsen reduziert werden.

Kapha

Für Kapha-Typologien (https://eat-yur-life.de/kapha/) ist die warme Trockenheit eine große Freude. Es ist die Zeit des Jahres, in der sie besonders fokussiert sind und in der sie Ziele bestmöglich verfolgen können.

 

Für alle empfehlenswert im August sind Süßkartoffeln, weiterhin Gurken, gelber Kürbis, neue Karotten (unterstützen die Leber und besänftigen Vata),  Avocados und alle reifenden Früchte wie Pfirsiche, Birnen, Trauben. Proteinhaltige Lebensmittel wie Geflügel, Fisch (für die Nicht-Vegetarier), Bohnen, Nüsse, Quinoa gleichen den Blutzucker und die Emotionen aus. Wenn die Tage heiß und trocken sind, sollten scharfe Speisen und erhitzende Lebensmittel wie Tomaten, Auberginen, rotes Fleisch und stimulierende Substanzen wie Kaffee und Schwarztee vermieden werden.

Es dürfen wieder mehr (gesunde!) Öle und Fette wie Olivenöl und Ghee verwendet werden, um Trockenheit auszugleichen und den Körper langsam auf den Herbst und Winter vorzubereiten.

Routinen

  • Gegen Ende des Monats oder sobald mehr herbstliche Trockenheit einkehrt, freut sich unsere Haut über ein reichhaltiges Körperöl, das in die noch feuchte Haut einmassiert werden sollte.
  • Die kühlen Morgen- und/oder Abendstunden sollten für regelmäßige sportliche Aktivitäten im Freien genutzt werden
  • In der Nacht sollten wir darauf achten, ausreichend zugedeckt zu sein
  • Entsprechend der länger werdenden Nächte, sollte auch die Schlafdauer angepasst werden, so dass unser Körper gestärkt in den Herbst gehen kann
  • Eine nachmittägliche kurze Siesta kann hilfreich sein bei durch Hitze aufkommender Trägheit

Insgesamt sollten wir soviel Zeit wie möglich im Freien verbringen, sobald und solange die Temperaturen und das Wetter dies angenehm machen, um noch möglichst viel Sommer-Energie zu speichern!