Auf der Nordhalbkugel löst der Oktober nun in vielen Gebieten endgültig den letzten Sommer ab mit mehr Dunkelheit, Kälte, Wind und trockenerer Luft. Regentage lassen die Blätter noch schneller fallen und nach der Lebendigkeit des Sommers beginnt nun die Einkehr im Außen wie im Innen.

Unser Körper möchte die Wärme erhalten und steigert die Durchblutung der Körpermitte und damit der inneren Organe, was dazu führt, dass sich unsere Extremitäten und unsere Haut oft kalt anfühlen, weil sie eben schlechter durchblutet werden. Um sich gegen die aufkommende Kälte zu isolieren, versucht unser Körper, eine schützende Fettschicht anzulegen, was wir in unserer westlichen Kultur natürlich versuchen zu vermeiden, um dem Schönheitsideal “immer schlank” gerecht zu werden. Sollte sich dennoch das eine oder andere Fettpölsterchen bilden, dann meint es die Natur nur gut mit uns und wir sollten nicht allzu verbissen dagegen vorgehen. In der Regel bewegen wir uns im Herbst und Winter deutlich weniger, halten uns allein schon wegen des schwindenden Tageslichts häufiger und länger drinnen auf und werden, genau wie die Natur draußen, ruhiger. Natürlich brauchen wir in unseren geheizten Wohnungen nicht mehr die gleichen Reserven wie unsere Vorfahren, so dass es bei “Pölsterchen” bleiben sollte. Diese allerdings dürfen sein und dank Ayurveda wissen wir auch genau, wie wir diese im Frühling ganz natürlich wieder los werden.

Jedes Dosha reagiert anders auf den Herbst.

Für die Pitta-Typen (https://eat-yur-life.de/pitta/) ist er in der Regel eine Erleichterung, insbesondere nach einem heißen, ereignisreichen Sommer. Die längeren Nächte können eine bessere Erholungsphase für die hitzigen, umtriebigen Pitta-Gemüter bedeuten. Dem steigenden Appetit sollten sie unbedingt nachgeben, sonst werden sie “hangry” (eine Mischung aus hungry=hungrig und angry=ärgerlich).

Kapha-Typen (https://eat-yur-life.de/kapha ) freuen sich über die trockenere, leichtere Luft im Herbst, weil sie die feuchten, schweren Qualitäten ihres Naturells ausgleicht. Allerdings werden sie mit der Kälte und Dunkelheit herausgefordert, da diese ihre Kapha-Qualitäten verstärken und zu Problemen führen können. Dem steigenden Appetit auf Süßes sollten sie nur in Maßen nachgeben, da die Pölsterchen sonst allzu leicht zu Polstern werden können.

Die größte Herausforderung stellt der Herbst für die Vata-Typen (https://eat-yur-life.de/vata/) dar, denn er verstärkt genau die Aspekte, die sie ausmachen und aus der Balance bringen können: Kälte, Trockenheit, Wechselhaftigkeit. Sie müssen ganz besonders auf sich achten, um nicht zu erkranken. Die Verdauung ist noch immer schwach, darum sollten sie dem steigenden Appetit mit klug gewählten Nahrungsmitteln begegnen.

Für alle gilt: es ist Zeit, Warmes zu essen, das bedeutet, lieber eine warme Suppe als einen Salat, denn wir wollen uns physisch und emotional nähren mit warmen, öligen Wohlfühlspeisen. Süßer Geschmack (nicht Zucker!) ist nährend, erdend und stärkend. Salziger Geschmack befeuchtet. Scharfe Gerichte mögen sich während des Essens warm anfühlen, doch sie werden die Blutgefäße der Haut erweitern und können dadurch anfällig für Erkältungen machen. Die Wärme sollte im Körper bleiben, darum ist es sinnvoll, besonders im Herbst scharfe Gerichte zu vermeiden. Ingwer ist immer erlaubt und sogar hilfreich. Gewürze sind im Herbst erlaubt, solange sie nicht zum schwitzen führen. Maßvolle Verwendung von Salz, Ingwer, Kardamom, Kurkuma, Nelken, Pfeffer, Thymian, Zwiebeln und Knoblauch sind hilfreich bei der Verdauung der schwereren Speisen.

Ganz besondere Aufmerksamkeit sollten wir in dieser Zeit dem Zimt schenken: er vereint den süßen Geschmack mit der durchblutungsfördernden, wärmenden Wirkung. Er fördert die Durchblutung im gesamten Körper, besonders in Gelenken und Lunge. Er kann aufgestaute Verschleimungen lösen und kleidet den Rachen aus. Tipp: Kräutertee mit Zitronensaft und 1/4 Teelöffel Zimt.

Schwarzer Pfeffer erweitert die Blutgefäße und fördert dadurch die Durchblutung. Er ist verdauungsfördernd und gasmindernd und darum gut für die Vata-Verdauung. Er ist nur leicht erwärmend und verdauungsfördernd im Gegensatz zu Cayenne- oder Chilli-Pfeffer. Am Morgen kann man etwas davon in den Kräutertee geben, um die Durchblutung und die Verdauung anzukurbeln und die Konzentration zu fördern.

Ein anderes Herbst-Gewürz ist die Muskatnuss. Sie kann einen guten Schlaf fördern und erden, was für Vata-Typen oder Vata-Zustände hilfreich sein kann.

Im Oktober ist es insgesamt wichtig, auf die großen Veränderungen in Natur und Körper adäquat zu reagieren, so dass wir den Herbst und Winter gut durchleben können.

Link zu einigen Rezepten für den Oktober:

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/10-Ayurvedic-Recipes-for-October/6119

https://blog-ayurveda.de/2019/10/07/kuerbis-gluehwein-curry/

https://eat-yur-life.de/herbstliche-kuerbissuppe/

Hier noch ein sehr traditionelles ayurvedisches Rezept, das insbesondere Vata-Typen regelmäßig ausprobieren sollten und nach einer Erkrankung dem sanften Aufbau der Kräfte dienen kann:

https://www.appleandginger.de/ayurvedisches-kitchari

https://www.wunderweib.de/kitchari-so-lecker-geht-fasten-auf-ayurvedische-art-103980.html