Ich musste tatsächlich 54 Jahre alt werden, bis mir die Ausreden zum Fasten ausgegangen sind… Zwar hatte ich überhaupt kein Problem damit, sehr bewusst zu essen und den Verzicht auf manche Lebensmittel sogar als Bereicherung zu empfinden. So gar nichts zu essen erschien mir aber schlicht “unmöglich”, gar ungesund und nutzlos und das sind nur die oberflächlichen Ausreden.

Doch im letzten November war alles anders. Die äußeren Umstände schienen überwältigend, alles fühlte sich “zu viel”, festgefahren, falsch an. Da fiel mir Dr. Dahlkes “Das große Buch vom Fasten” (unbezahlte Werbung) wieder in die Hände, das tief im Bücherregal vergraben war und der Zeitpunkt war gekommen: 7 Tage fasten, in meinem Fall auf mehreren Ebenen, d.h. Nahrung, Nachrichten, festgefahrene Angewohnheiten und Verhaltensmuster. Es geht eben um mehr als um das bloße “Nicht-Essen”, sondern um Bewusstsein.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: eine auf allen angesprochenen Ebenen durchaus herausfordernde, aber äußerst erleichternde, befreiende, bereichernde, erhellende Erfahrung, die ich in diesem Frühling wiederholt habe! Es war nicht alles schön während dieser Zeit, ich werde die Details noch beschreiben, aber es hat sich gelohnt. Rüdiger Dahlke bietet diese Fastenwoche neben anderen Kursen nicht nur in Präsenz in seinem Gesundheitszentrum an, sondern auch über seine https://lebenswandelschule.com/ als Online-Version (unbezahlte Werbung), so dass man diese Woche gut begleitet erleben kann. Meine persönliche Empfehlung: man sollte unbedingt den richtigen Zeitpunkt im Herbst und/oder Frühling finden, eine Woche aussuchen, in der man sich möglichst aus der Alltagsmühle ausklinken und die Zeit wirklich für sich nutzen kann. Begleitende Yoga- und Meditationseinheiten können die Woche abrunden.

Doch zuvor möchte ich die drängende Frage beantworten: Warum? Welche Vorteile hat das Fasten? Hierzu nur eine Auswahl an Antworten:

Auf körperlicher Ebene trainiert es “… den Stoffwechsel. Wenn der Körper nicht verdauen muss, können wichtige Zellreinigungsprozesse (Autophagie) besser ablaufen. Fasten fördert sozusagen die körpereigene Müllabfuhr. Dieser Prozess ist auch Bestandteil der Immunabwehr (Xenoautophagie).” (https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fasten-Welche-Vor-und-Nachteile-gibt-es,fasten262.html#:~:text=Ein%20Vorteil%20des%20Fastens%3A%20Es,Bestandteil%20der%20Immunabwehr%20(Xenoautophagie). “Fasten hemmt nachweislich Entzündungen, senkt hohen Blutdruck, es werden Alters- und Krebsgene in der Erbsubstanz ruhig gestellt...” (https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/273-rtkl-ernaehrung-verzichten-heilt-warum-fasten-so-gesund-ist). Fasten bessert den Blutzuckerspiegel, die Blutfettwerte, kann Depressionen mildern, entlastet Herz und Darm u.v.a.m. (Rüdiger Dahlke)

Auf psychischer/geistiger/spiritueller Ebene: tatsächlich haben die letzten beiden Pandemie-Jahre bei mir einiges aufgestaut und ich fühlte mich festgefahren, ein bisschen hoffnungs-, perspektivlos und pessimistisch – das hat mir gar nicht gefallen. Außerdem begann ich zynisch zu werden – auch ganz ungut. Darum war für mich klar, dass das Fasten nicht nur auf körperlicher, sondern insbesondere auf dieser Ebene dringend notwendig war – auch wenn ich nicht wusste, ob es tatsächlich wirkt. Aber ich wollte unbedingt in einen gelasseneren, liebevolleren, zuversichtlicheren Gemütszustand zurückkehren, den ich mir über viele Jahre Meditation zumindest zu einem für mich annehmbaren Grad angeeignet hatte. Natürlich geht immer noch mehr, aber die Entwicklung war eben in die falsche Richtung gegangen und das Fasten war eine für mich neue Methode und schien mir ein Ausprobieren wert.

“…Krisen fordern in ihrer ersten Spannungsphase Bilanz von uns und dann das Abwerfen von Ballast. Genau das aber geschieht beim Fasten auf eindrucksvolle Weise. Es wird so gleichsam zu einem Krisenbewältigungsritual, fördert es doch in Körper, Seele und Geist genau das, was die Krise von uns will: Eine Wendung nach innen, das bewusste Opfer im Loslassen alles Überflüssigen und die Neubestimmung des eigenen Standortes….”(https://www.fastenkur.at/heilfasten/erfahrungsbericht.html)

Ablauf

  • Vorbereitungswoche: in der Woche vor Fastenbeginn ist Detox angesagt, d.h. Verzicht auf Gluten, Kaffee, Schwarztee, Alkohol, Zucker, tierische Produkte
  • persönliche Erfahrung während der Vorbereitungswoche: selten schmeckte Verzicht so lecker! Dank unzähliger Vegan-Blogs und Instagram-Beiträge (Beispiel-Links s.u.) war diese Woche eine echte Horizont-Erweiterung und eine sehr motivierende Reise für die folgende Fastenwoche
  • Fastentage 1-6: in dieser Zeit werden lediglich selbst gemachte grüne Smoothies am Morgen und am restlichen Tag stilles Wasser guter Qualität, Kräutertee, klare Gemüsebrühe zugeführt. Die regelmäßige Darmreinigung kann entweder mit Hilfe eines Irrigators (Einlaufs) oder einer fermentierten grünen Pflaume (japanische Aprikose) durchgeführt werden. Ich habe mich für die Pflaume entschieden, schmeckt lecker und wirkt zuverlässig (https://shareoriginalshop.com/products/share-pflaume; unbezahlte Werbung).
  • Fastentag 7: dieser Tag dient als Aufbautag, das bedeutet, es werden vorsichtig wieder erste Mahlzeiten verzehrt. Idealerweise mündet dieser Tag in einer weiteren
  • Aufbauwoche, die im wesentlichen der Vorbereitungswoche gleicht.

Persönliches “Tagebuch” November 2021:

  • Tag1: Hunger hält sich in Grenzen, die größte Herausforderung für jemanden wie mich, die gerne isst, ist der Appetit. Meine persönliche Lösung an diesem Tag: Nahrungskonsum wird ersetzt durch Weihnachtsdeko-Konsum – mit temporärem Erfolg
  • Tag 2: dieser Tag beginnt mit einem schwächelnden Kreislauf. Besserung bringt fast umgehend die empfohlene @TakeMe Glücksnahrung (https://naturella.at/produkt/takeme-gluecksnahrung-mandarine-apfel-500g ; unbezahlte Werbung), die täglich auf nüchternen Magen getrunken wird; für mich ist der Tag 2 bezüglich des Hungergefühls die größte Herausforderung. Offenbar ist das eine ganz typische Reaktion:  “Der Organismus, der Fasten nicht ge­wöhnt ist, kann Widerstand leisten mit Hungergefühlen, Übelkeit, Kopfschmerzen (vor allem bei Kaffeegenießern) und einem Aufstand oder noch häufiger angedeutetem Zusammenbruch des Kreislaufs. Wie am ersten Schultag ist es eine reine Bewusstseinsangelegenheit, wann diese überschaubaren Dramen auch wieder nachlassen.” (https://www.fastenkur.at/heilfasten/erfahrungsbericht.html)
  • Tag 3: verläuft ähnlich wie Tag 2, Hunger ist mäßig, aber die Entgiftung ist spürbar und sichtbar (aufgequollene Augen, Blässe) und macht sehr müde; darum bin ich froh, dass ich mir diese Zeit für mich nehmen und mich bei Bedarf einfach ausruhen kann
  • Tag 4-6: ab Tag 4 beginnt mein “Fasten-Hoch”, ich bin voller Energie, positiver Stimmung und der Verzicht auf Nachrichten trägt wesentlich dazu bei. Yoga macht wieder Freude, die Augen sehen wieder normal aus, die Wangen rosig. “Spätestens nach dem dritten Tag hat der Körper die neue Botschaft angenommen und stellt den Widerstand ein. Er lebt jetzt sehr gut vom eigenen Fett, und es gibt keinen Grund, warum ihm dieses schlechter bekommen sollte als das von Schweinen…
    Von jetzt ab wird es den meisten Fastenden sehr gut gehen und vielen besser als vorher, weshalb Ärzte von der Fasteneuphorie sprechen, jenem Gefühl beschwingter Leichtigkeit und beeindruckender Klarheit in den Gefühls- und Gedankenwelten. Am Ende, wenn die verbrauchten Pfunde in Kalorien umgerechnet werden (1 Gramm Fett er­gibt fast 10 kcal), stellt sich beruhigend heraus, dass der Körper jeden Tag eine ausrei­chende Kalorienmenge zur Verfügung hatte, zumal er die gesamte Verdauungsenergie einspart. Diese Einsparung dürfte für die euphorischen Gefühle von Energieüberfluss verantwortlich sein. Treten diese einmal nicht auf, liegt es daran, dass der Organismus die vorhandene Energie für Reparatur- und Aufräumungsarbeiten verbraucht. Auf alle Fälle ist jetzt Regeneration angesagt. ” (https://www.fastenkur.at/heilfasten/erfahrungsbericht.html)
  • Tag 7: das Essen schmeckt sofort wieder, auch wenn die Portionen zunächst kleiner bleiben. Die folgende Woche entspricht noch der Vorbereitungswoche und bringt weitere Energie.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich positiv verändert aus dieses Woche hervorgegangen bin und dass diese Veränderung noch eine ganze Zeit nachklang.

Persönliches “Tagebuch” April 2022:

  • Tag1: da ich von der Herbst-Fastenwoche weiß, was mich erwartet, bin ich mental gut vorbereitet und brauche keine Kompensationsstrategie für den Hunger. Seit einigen Monaten trinke ich auf nüchternen Magen frisch gepressten Selleriesaft nach Anthony Williams (https://www.medicalmedium.com/; unbezahlte Werbung), den es auch in dieser Woche gibt und zwar mindestens eine halbe Stunde vor dem Fasten-Smoothie.
  • Tag 2: der Frühstücks-Smoothie ist mein Höhepunkt des Tages und dank des frischen Grün-Angebotes des Frühlings ein echter Genuss; der Kreislauf spielt auch mit, aber der Appetit ist groß, was reine Kopfsache ist. Die freien Zeit-Kapazitäten (einkaufen und kochen entfallen ja) werden von mir für ausgedehnte Meditationseinheiten genutzt
  • Tag 3: in der Früh meldet sich der Kreislauf und insgesamt ist der 3.Tag dieser Woche der “schwächste”, d.h. die Entgiftung ist anhand von Mattigkeit spürbar und an der Blässe auch erkennbar. Darum heißt es: früh schlafen gehen. Der Schlaf ist in der gesamten Zeit tief und spätestens nach 7 Stunden ausgeschlafen beendet
  • Tag 4-6: an den letzten Fastentagen gibt es als Frühstücks-Smoothie den “Schwermetall-Leber-Detox-Smoothie” nach Anthony Williams und damit weiche ich etwas von dem Dahlke-Fastenplan ab, denn der o.g. Detox-Smoothie enthält ausdrücklich Bananen (https://www.medicalmedium.com/blog/heavy-metal-detox-smoothie). Die Tage sind wieder energiegeladen, allerdings werde ich auf körperlicher Ebene auf das Haushalten meiner Kräfte hingewiesen, so dass die Yoga-Einheiten kürzere Flow-Elemente enthalten als sonst. Die Vorfreude auf das morgige Fastenbrechen ist groß…
  • Tag 7: da der ganzen Familie der Detox-Smoothie so gut geschmeckt hat, steht er auch heute auf dem “Speise-” Plan und danach wird langsam wieder gegessen. Die folgende Woche steht noch unter dem gleichen Vorzeichen wie die Vorbereitungswoche und ist ausgesprochen lecker.

 

Auf nicht-körperlicher Ebene bin ich definitiv wieder in der richtigen Richtung unterwegs. Das Abwerfen überflüssigen Ballasts hat tatsächlich auf allen Ebenen gewirkt und mich sehr viel weiter gemacht und gebracht. Die Hinwendung zu universelleren Themen und das Besinnen auf das unveränderliche Bewusstsein, das sich vom Außen nicht beeindrucken lassen muss, ist heilsam für den Einzelnen, aber am Ende auch für die gesamte Menschheitsfamilie.

Fastende leben vom eigen Eingemachten und vieles hängt davon ab, in welchem Zustand es ist. Ernährung und Lebensstil spielen eine Rolle, aber auch Schlafdefizite der Vergangenheit können sich mit Müdigkeit bemerkbar machen. In jedem Fall aber geschehen nun sinnvolle Maßnahmen in der Regie des inneren Arztes. So wird es verständlich, dass Fasten eine der besten Regenerationsmethoden darstellt und die beste Einstellung auf Krisen.

Für mich wird das Fasten definitiv fester Bestandteil des Lebens werden.

 

Hier kommen noch ein paar Links für pflanzenbasierte Ernährung:

https://rainbowplantlife.com/

https://www.instagram.com/vegansglobally/?hl=de

https://www.instagram.com/fitgreenmind/?hl=de

https://www.maxlamanna.com/recipes

Für die Vor- und Nachbereitungswochen müssen die Rezepte eventuell auf den Modus gluten- und zuckerfrei angepasst werden.