Lifestyle – ein meist völlig falsch verstandenes Wort als Synonym für hip, modern, auf jeden Fall trendy und exklusiv. Ich möchte dazu anregen, das Wort “wörtlich” zu nehmen als Lebensart, selbst gewählt, vielleicht sogar abseits des Mainstream und im Idealfall nachhaltig für sich selbst, alle anderen und unseren Planeten. Ein beeindruckendes Beispiel für die Umsetzung einer solchen Lebensart auf technischem Gebiet ist das deutsche Unternehmen “Biofabrik” https://biofabrik.com/. Die Gruppe entwickelt und vermarktet Technologien zur nachhaltigen Bewältigung von Energie-, Ernährungs- und Abfallproblemen. Ziel ist es, den zerstörerischen Abbau fossiler Rohstoffe zu verringern und dabei profitable Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das Team arbeitet klima‑ und energieneutral und reinvestiert seine Erträge in die weitere Verbesserung und Verbreitung der bestehenden sowie in die Erforschung neuer Technologien, die diesen Grundsätzen entsprechen. Die Biofabrik Gruppe setzt sich derzeit aus den folgenden vier Geschäftsfeldern zusammen:

● Biofabrik White Refinery® ‑ Waste to Energy: hier werden Energie und Kraftstoff aus Plastik- oder Ölabfällen gewonnen; interessant dabei ist, dass es auch eine Kompaktvariante der Raffinerie gibt, die dezentral direkt am Ort des Geschehens betrieben werden kann, so dass beispielsweise auf großen Schiffen der eingesammelte Plastikmüll unmittelbar verwertet werden könnte. Dabei wird das seit gut einhundert Jahren bekannte Prinzip der Pyrolyse angewandt: Die langkettigen Kohlenwasserstoffverbindungen der Kunststoffe werden durch Erhitzen unter Ausschluss von Sauerstoff aufgebrochen. Es entstehen kurzkettige Kohlenwasserstoffverbindungen, die flüssig oder gasförmig sind.Genau dieses Prinzips bedient man sich bei der WASTX Plastic. Der entstehende Kraftstoff entspricht den Normen verschiedener schwefelarmer Marine Diesel. Darüber hinaus kann der Kraftstoff in Generatoren oder Turbinen in elektrische Energie umgewandelt werden. Entgegen anderer Recyclingtechnologien ist diese Biofabrik-Anlage nicht auf sortenreine Stoffströme angewiesen, sondern kann gemischte und verunreinigte Kunststoffabfälle rohstofflich verwerten. Auch organische Anhaftungen wie bspw. Algen stören den Prozess nicht. Damit ist die WASTX Plastic in der Lage, mit den besonderen Anforderungen, die Meeresplastik an ein Recyclingsystem stellt, umzugehen.

● Biofabrik Green Refinery® ‑ Bioraffinerie: hier werden pflanzliche Nährstoffe auch nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, mit dem Ziel, einen großen Teil des Ernährungsproblems unserer Erde zu lösen; Das Projekt wird vom Eco Innovation Programme der Europäischen Union unterstützt.

● 8Venture® ‑ 8Venture Ultrafood ist ein Produkt, das eine natürliche Ernährung mit 100%iger Deckung des Tagesbedarfs an allen notwendigen Nährstoffen garantiert und gleichzeitig unsere weltweiten Ressourcen schont.

● Blattwerk ‑ Nachhaltiger Dünger aus biologischen Ressourcen

Das Kapital für den Bau der Biofabriken stammt von Mikroinvestoren, die neben einem wirtschaftlichen Interesse auch den ökologischen Enthusiasmus teilen.

Das 1846 gegründete Verpackungsunternehmen SchurStarSystems investiert in die Biofabrik White Refinery. Nach ihrer Fertigstellung wird die Anlage die Produktionsreste des Hauptwerkes in Energie umwandeln und nach einer erfolgreichen Testphase weltweit zum Einsatz kommen. Die Kooperation stellt einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen den Plastikmüll dar. (Quelle: https://biofabrik.com/)

https://oiger.de/2019/06/13/biofabrik-frisst-muellinseln/171634

https://www.verfahrenstechnik.de/biofabrik-verwandelt-plastikmuell-aus-dem-meer-zu-kraftstoff/