Der Winter ist die ruhigste Jahreszeit in der Natur, bei uns Menschen steigt das Bedürfnis, sich einzukuscheln und die langen Abende in Ruhe zu verbringen – manche Menschen lassen bereits das Jahr Revue passieren und dabei kommen möglicherweise starke Gefühle hoch. Andererseits empfinden viele Menschen in unserer westlichen Gesellschaft die Vorweihnachtszeit als stressig, angefüllt mit abendlichen Weihnachtsfeiern und anderen Einladungen, die “unbedingt noch in diesem Jahr” stattfinden müssen. Dabei wird häufig sehr liebevoll zubereitetes, aber sehr reichhaltiges, schweres Essen gereicht und man bleibt viel länger wach als man es eigentlich tun würde. Da fällt die Erdung und die innere Einkehr, nach der wir eigentlich in dieser Zeit analog zu den Vorgängen in der Natur verlangen, schwer. Wichtig ist es, eine Balance zu finden zwischen Aktivität und Ruhe, die schönen, geselligen Stunden zu genießen, flexibel mit dem Fluss zu fließen, aber zu erkennen, wann es Zeit ist, für sich zu sein.

Pitta

Für Pitta-Typologien ist auch im Dezember die erfrischende Kälte angenehm, denn diese balanciert zusammen mit der Dunkelheit die heiße, feurige Pitta-Natur. Sie können Heißhunger-Attacken bekommen und müssen darauf achten, rechtzeitig zu essen, bevor sie “hangry” (eine Mischung aus hungry=hungrig und angry=ärgerlich) werden. Pitta-Menschen sind häufig “Nachteulen”, doch insbesondere in dieser dunklen Jahreszeit braucht der Körper die regelmäßige Nachtruhe! Ein abendliches, beruhigendes Ritual wie beispielsweise eine Meditation, ein warmes Bad, ein Fußbad oder ein diffundiertes Duftöl (beispielsweise die sehr hochwertigen doTerra-Öle https://www.doterra.com/DE/de_DE und https://eat-yur-life.de/doterra-aetherische-oele-auf-hoechstem-niveau/, unbezahlte Werbung) kann beim Ein- und Durchschlafen helfen.

Kapha

Kapha-Typologien sollten im Dezember ganz besonders darauf achten, ihre Durchblutung in Schwung zu halten oder wieder in Schwung zu bringen. Das traditionell reichhaltige Essen im November, die kalte Luft, der fehlende Sport, ein Zuviel an Schlaf können zu einem kontraproduktiven Muster führen, das dann im Dezember zu Magenproblemen, Säure-Reflux, Verschleimung, Übelkeit führen kann. Es kann sich eine Trägheit einstellen, die wiederum zu noch mehr Schlaf, Essen und am Ende einem schwachen Immunsystem führt. Ein wöchentliches, heißes Bad, regelmäßige, kräftige Spaziergänge in witterungs-entsprechender Kleidung, Gewürze wie Safran und Kurkuma können hier helfen.

Vata

Für Vata-Typologien ist das Thema Befeuchtung auch im Dezember weiter prominent. Hier kann ein Tee mit Süßholz und Zimt helfen, die Gewebe zu befeuchten. Die Neigung, bei Kälte die Schultern hochzuziehen, kann zu unangenehmen, hartnäckigen Verspannungen im Bereich von Nacken, Schultern, oberen Rücken führen. Hier helfen ehrlicherweise am besten die bewusste Vermeidung und Lockerungsübungen.

Für alle

Im Dezember besteht die Gefahr, alles zu übertreiben: zu viele Veranstaltungen, zu viel Essen, zu viel Süßes, zu viel Alkohol, zu viel Konsum allgemein. Die ayurvedische Empfehlung lautet: gegen 22 Uhr zu Bett gehen; Abendessen spätestens um 20 Uhr, damit der Verdauungstrakt in der Nacht ausreichend Ruhe bekommt; während des Tages warmes Wasser trinken, denn es wärmt, befeuchtet und reinigt mild; regelmäßige, moderate Bewegung, um die Durchblutung und die Laune anzuregen; regelmäßige Ruhepausen; regelmäßiges für und bei sich sein.

Die Erntezeit ist nun endgültig vorbei, in unseren Breiten wachsen noch einige Gemüse- und Kohlsorten wie Grünkohl und Rosenkohl, Pastinake, Lauch. Ansonsten müssen wir weitgehend auf Lagerware zurückgreifen, wenn wir uns regional und saisonal ernähren wollen. Das muss aber nicht schlecht sein! Rotkohl (Blaukraut) beispielsweise ist nicht nur lecker (Rezept s.u.), sondern seine Farbe deutet wie bei allen roten oder lila Nahrungsmittel auf einen hohen Anteil wertvoller Flavanoide. Diese gelten als antioxidativ, anti-kanzerogen, entzündungshemmend, antiviral, antimikrobiell und sie sollen die Aktivität entgiftender Leber-Enzyme verstärken. Außerdem sieht es auch gekocht wunderschön aus!

Die bevorzugten, ayurvedischen Geschmacksrichtungen sollten süß (kein Zucker, sondern komplexe Kohlenhydrate), salzig, scharf und etwas bitter sein. Süß und salzig sorgen für Befeuchtung, Schärfe wärmt, fördert die Durchblutung und hält den Geist wach, etwas bitteres wirkt abschwellend und entgiftet, um die Nasenschleimhäute zu klären und die Immunabwehr zu unterstützen.

Leichtere Wurzelgemüse wie Steckrüben, Pastinaken machen satt, ohne zu überfüllen und erden trotzdem. Ingwer und Knoblauch unterstützen die Verdauung und die Abwehrkräfte.

Weiterhin sind Suppen und Eintöpfe hilfreich und für Vata-Typologien sollten dabei die Kohlsorten langsam mit gegart werden, damit sie leichter verdaulich sind. Ohnehin sollte weiterhin das Gemüse gegart verzehrt werden.

Ein toller “Snack” in dieser Zeit sind geröstete Maroni: sie enthalten viele Ballaststoffe und Vitamin C und gehören einfach zur Vorweihnachtszeit.

Anregungen finden sich hier:

https://eat-yur-life.de/rezepte-nach-jahreszeiten/

https://eat-yur-life.de/yoga-im-winter/

https://blog-ayurveda.de/2018/11/23/winter-zeit-der-einkehr-und-staerkung-inkl-rezept/#more-1047

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/Ayurvedic-Diet-for-December/5673

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/recipe/Red-Cabbage–Vinegar/12321

 

Für die südliche Hemisphäre gelten analog die Empfehlungen für den Monat Juni.