Auf der Nordhalbkugel ist im Januar tiefster Winter, die Festtage sind vorüber und in der stillen Zurückgezogenheit dieses zumindest bisher statistisch kältesten Monats kann man das vergangene Jahr loslassen und den Kalender neu starten – 365 neue Tage, die gelebt werden wollen. Es ist eine Zeit, um neue Ziele auf allen Ebenen zu formulieren und Ideen zu entwickeln, wie diese erreicht werden können.

Ayurvedisch gesehen ist der Januar eine Phase des Übergangs von der Vata-Trockenheit in die Kapha-Feuchtigkeit; in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist es eine Yin-Zeit. Insgesamt eine regenerative Zeit, um Gewebe aufzubauen, zu ruhen, sich nach innen zu besinnen, bevor man in die aktive Frühlingszeit geht.

In dieser Übergangszeit sollte das Verlangen nach fetthaltigen und süßen Speisen langsam nachlassen, denn der Körper muss keine zusätzlichen Fettreserven mehr anlegen. Aufgrund der Kälte sind warme, nährende Speisen besonders für Vata- und Pitta-Typologien noch wichtig. Brauner Reis, Quinoa, Hirse, Buchweizen; klare Suppen mit wärmenden, bitteren Wurzelgemüsen wie Steckrüben und/oder Pastinaken sind ideal, weil sie zwar noch die Weichheit haben, die wir im Winter brauchen, aber bereits den natürlichen Reinigungsprozess einleiten, der im Februar beginnt. Ebenso sind Sauerkraut und andere fermentierte oder sauer eingelegte Gemüse hilfreich, denn der saure Geschmack kreiert Wärme und befeuchtet die Drüsen und sogar die Haut. Empfehlenswert sind scharfe Gewürze wie Ingwer, Kurkuma, Lorbeer, schwarzer Pfeffer und auch Zimt, Bockshornklee und Schwarzkümmel. Übrigens können diese so stark wirken, dass man sie erst nach Outdoor-Aktivitäten in der Kälte zu sich nehmen sollte, da sie die Poren öffnen und den Körper anfällig für Erkältungen machen können.

Kapha

Kapha-Typologien (https://eat-yur-life.de/kapha/) müssen im Januar beginnen, ihre über Winter angesammelten Fettreserven abzubauen, damit diese sich nicht manifestieren. Darum sollten sie unbedingt der Neigung, zu viel zu schlafen, widerstehen, sondern früh aufstehen und vor dem Frühstück für ausreichend Bewegung sorgen, so dass Herzschlag und Durchblutung angeregt werden.

Vata

Im Gegensatz dazu, sollten Vata-Typologien (https://eat-yur-life.de/vata/) weiterhin an ihren winterlichen Essgewohnheiten festhalten, um ihre isolierende Fettschicht zu erhalten, denn die Januar-Kälte kann für sie immer noch durchdringend und schwächend sein. Langsam können sie analog zur Natur etwas mehr Ruhe verspüren und sich ausruhen und zu tiefem Schlaf finden. Der Übergang von winterlicher Trockenheit zu dem feuchteren Frühling geschieht langsam und subtil, so dass es sinnvoll sein kein, einen Luftbefeuchter auch nachts zu benutzen.

Pitta

Für Pitta-Typologien (https://eat-yur-life.de/pitta/) ist die winterliche Kälte weiterhin angenehm, doch auch sie sollten noch nahrhafte Gerichte zu sich nehmen, um widerstandsfähig und energiereich zu bleiben.

Allgemein

Der eher ruhige Monat Januar ist eine wunderbare Zeit, um sich mit spirituellen oder kontemplativen Dingen zu beschäftigen wie beispielsweise verschiedenen Meditationstechniken, kreativen Hobbies oder Entdeckungen. Es ist auch die ideale Zeit, um im Rahmen des In-Sich-Gehens, schlechte Angewohnheiten als solche zu erkennen und deren Veränderung zu planen.

 

Für die Südhalbkugel gelten analog die Empfehlungen für den Monat Juli.

 

Sehr ausführliche und professionelle Erläuterungen mit tollen Rezeptvorschlägen gibt es hier:

http://http://www.rosenberg-ayurmed.com/Ayurveda-Buecher/Die-Ayurveda-Ernaehrung

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/Ayurvedic-Diet-for-January/978?ref=36264&inf_contact_key=67d8afaaefee3b5be1aa45acd8ce67a412f8cd2db6fe39d0a221fb2d8b6bd93c

http://www.blog-ayurveda.de

Wer tiefer in die vegane Nahrung einsteigen möchte, dem sei sehr Hildegard Biller ans Herz gelegt, eine beeindruckende Kennerin und Schöpferin der “”Nahrung auf allen Ebenen”, die in ihrem SOAMI Yoga Retreat Center in Kärnten, Österreich nicht nur als überzeugende Gastgeberin fungiert, sondern auch ein wunderbares Buch zum Thema geschrieben hat:

http://www.soami.at/