Auf der Nordhalbkugel beginnt im Juni der Sommer, die Sonnenwende beschert uns den längsten Tag, es wird wärmer und dadurch feuchter, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Für Deutschland wird uns “der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen” prognostiziert und niederschlagsarm soll er wohl auch werden. Was können wir also tun, um unseren Organismus ganzheitlich zu unterstützen?

Für alle:

Moderates Sonnenbaden und eine gesteigerte Durchblutung können unseren Teint strahlen lassen. Doch manche Menschen neigen im Sommer eher zu Hautunreinheiten, Ausschlägen und großporigen Hautpartien. Hier können regelmäßige, sanfte Peelings oder beruhigende Heilerde-Masken helfen und für ein erfrischendes Hautgefühl sorgen. Unbedingt sollte die Haut vor dem zu Bett gehen sanft gewaschen und gepflegt werden.

Der beginnende Sommer gibt uns einen großen Energieschub, den wir nutzen sollten, um lang gehegte Pläne in die Tat umzusetzen und unser Leben in vollen Zügen zu genießen. Dabei müssen wir auf unser Herz achten, denn je wärmer die Außentemperaturen werden, desto mehr Blut muss das Herz durch den Körper pumpen, um ihn zu kühlen. Schweißtreibende Aktivitäten sollten darum idealerweise in den noch kühlen Morgenstunden stattfinden.

Die Verdauungskraft ist im Sommer und hier insbesondere während der Mittagszeit am schwächsten! Darum sollten in den kühleren Tageszeiten am Morgen/Vormittag und am (frühen) Abend die Hauptmahlzeiten gegessen werden. Ein leichtes und insbesondere leicht verdauliches Mittagessen wie eine leichte Suppe oder einfach kurz gedünstetes oder sanft gebratenes Gemüse ist insbesondere für Vata– und Kapha-Typen empfehlenswert. Ein rotes, erhitztes Gesicht ist ein Zeichen dafür, dass man sich vor dem Essen etwas abkühlen sollte, damit ausreichend Durchblutungskraft für die Verdauung zur Verfügung steht.

Um das in dieser Jahreszeit häufig vorkommende Sodbrennen zu vermeiden, sollte man auf schwere Fette und Kohlenhydrate verzichten. Gute Fette wären beispielsweise etwas kühlendes Kokosfett oder Avocado(-öl) oder einfach etwas Olivenöl. Menschen mit einer Pitta-Verdauung können auch auf einen rohen Salat oder leichte Rohkost zurückgreifen. Scharfe Gewürze sollten nur wenig verwendet werden, gute Optionen sind Fenchelsamen, Kardamom und Koriander.

Unbedingt sollte der persönliche Durst wahrgenommen und gestillt werden. Regelmäßig ausreichend (Mineral-)Wasser, vielleicht ergänzt durch eine Scheibe Zitrone und/oder Gurke und etwas frische Minze ist der beste Durstlöscher. Allerdings sollte man sich nicht dazu verführen lassen, permanent an einem Getränk zu nippen, denn zuviel Flüssigkeit überlastet die Nieren und schwächt die Verdauung. Darum: gut auf sich achten, Durst wahrnehmen und sofort stillen!

Ein besonders wertvolles Getränk: Rosenwasser-Limonade! Rezept: https://eat-yur-life.de/rezept-rosenwasser-limonade/.

Empfehlenswert:

  • Alles, was saisonal reif ist und aktuell aus regionalem Anbau angeboten wird; außerdem leicht verdauliche Proteine wie Erbsen, grüne Bohnen, Amaranth, Mungobohnen.
  • Artischocken, Kirschen, Blaubeeren und Honigmelonen unterstützen die Leber im Juni
  • Gewürze wie Fenchelsamen, Kardamom und Koriander

Besser vermeiden:

  • scharfe, stechende Nahrungsmittel und Gewürze, denn diese stimulieren die ohnehin bereits durch die sommerlichen Temperaturen angeregte Durchblutung noch mehr
  • Fermentiertes, da dadurch das Pitta noch weiter angeregt wird

Besonders Pitta– und Kapha-Typologien (und alle Mischformen dieser) https://eat-yur-life.de/fragebogen/  müssen die zusätzliche Wärme und Luftfeuchtigkeit kompensieren, um ihre Natur nicht zu stören. Das bedeutet, leichte Küche ist angesagt: saisonale Gemüse und Früchte mit den Geschmacksrichtungen süß, bitter, adstringierend wie Rucola, Artischocke, Karotte, wobei hierbei unbedingt auch die alten Sorten der Farben violett und gelb zum Einsatz kommen sollten, da diese noch die ursprünglichen Bitterstoffe enthalten; Beeren sind gut, um die Hitze in der Leber zu regulieren, ebenso Pflaumen und Wassermelone.

Für Pitta-Typologien oder -Zustände:

Hier muss besonders die Leber unterstützt werden, zum Beispiel durch Bitterstoffe aus Aloe Vera und bitteren grünen Gemüsen wie Rucola und Artischocken. Außerdem kann es helfen, die Augen regelmäßig mit kühlem Wasser zu spülen und das Gesicht mit Rosenwasser zu besprühen. Ein ungewöhnliches “Mondbad”, d.h. tatsächlich unter den Mond legen, kann sehr beruhigend und kühlend wirken. Außerdem kann es hilfreich sein, sich nach den Mahlzeiten für einige Minuten auf die rechte Seite zu legen (ohne dabei zu schlafen!).

Für Kapha-Typologien oder -Zustände:

Sollte man sich lethargisch und schwer im Sommer fühlen, kann es empfehlenswert sein, kühlende, entwässernde Nahrungsmittel zu sich zu nehmen wie ein Kreuzkümmel-, Koriander-, Fencheltee, Wassermelone, Kamille und Minze.

Für Vata-Typologien oder -Zustände:

Für Vata-Typologien ist der Sommer eine reine Wonne. Sie müssen unbedingt darauf achten, sich in dieser aktiven und stimulierenden Jahreszeit nicht zu verausgaben und unbedingt ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

 

Der sommerliche Enthusiasmus könnte zu impulsiven Handlungen führen: sollten also Entscheidungen mit weitreichenden Folgen anstehen, dann wäre ein kurzes Innehalten und Reflektieren sehr sinnvoll.

Insgesamt gilt: ´raus aus dem Haus und den Sommer genießen!

 

(Für die Südhalbkugel gelten analog die Empfehlungen für den Monat Dezember)

 

Links:

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/Ayurvedic-Diet-for-June/5289

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/10-Ayurvedic-Recipes-for-June/5994

https://www.ayurveda-institut-muenchen.de/blog

https://www.ayurveda-produkte.de/content/ayurveda-und-gesundheit/rezepte/leichtes-sommer-menu/