Auf der Nordhalbkugel ist der Mai meist Sinnbild für “Liebe”, warme Frühlingstage, gegen Ende des Monats schon an der Grenze zu sommerlichen Temperaturen. Die Tage werden weiter länger, das Licht heller, die Natur scheint zu “explodieren” in vielen Farbtönen. Nach den bei uns bekannten Eisheiligen freuen wir uns über die Wärme und folgen dem Drang nach draußen, wo wieder viel mehr Leben stattfindet. Man trifft sich im Freien, die Gartenarbeit ruft, auch nach Feierabend ist es noch hell, so dass die Menschen wieder aktiver sind auch in ihrer Freizeit. Folglich sind die Nächte kürzer und oft von unruhigem Schlaf geprägt, weil unser Körper sich auch an die wärmeren nächtlichen Temperaturen gewöhnen muss.

Für Pitta-Typologien https://eat-yur-life.de/pitta/ besteht die Gefahr, alles zu übertreiben, Vata-Typologien https://eat-yur-life.de/vata/ sollten ihre Begeisterung zähmen, um sich nicht zu “verlieren” und Kapha-Typologien https://eat-yur-life.de/kapha/ können sich emotional überwältigt fühlen, wenn die ersten wirklich warmen Tage des Jahres zu physischem Ungleichgewicht führen. Insgesamt ist das Thema Geduld für alle eine Herausforderung in dieser Zeit. In diesem Jahr 2020 wird das Ganze noch gesteigert durch die “Corona”-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen unserer gewohnten Freiheit. Umso wichtiger wird es darum sein, eine individuelle Form des Ausgleichs zu finden und zwar sowohl in der Bewegung als auch in der Stille. Passende Bewegungsformen, sei es joggen, Rad fahren, tanzen, gehen, am besten im Freien und passende Ruhe-Formen wie Meditation, beten, stille Kontemplation können dafür sorgen, dass wir uns trotz dieser außergewöhnlichen äußeren Umstände auf uns selbst fokussieren können, die trotzdem vorhandene Fülle wahrnehmen können und neue Ziele formulieren können und so zu mehr Zufriedenheit finden. Es ist eine ideale Zeit, umzudenken und die Chancen in der Krise zu erkennen.

Im Ayurveda ist der Mai Kapha-Pitta-Saison https://eat-yur-life.de/kapha-pitta/ und vor dem Sommer der letzte Monat, in dem eine Entgiftung sinnvoll ist. Mittlerweile sollte der “Winterspeck” langsam verschwunden sein und der zunehmenden Drang nach Aktivität hilft dabei. Dieser und die zunehmende Wärme führen dazu, dass sich unser Herzschlag beschleunigt; unsere Poren öffnen sich, um Hitze und Feuchtigkeit loszuwerden und unsere Haut wirkt wieder rosiger. Wir müssen auf unsere Trinkgewohnheiten achten und diese dem zunehmenden Bedarf an durch vermehrtes Schwitzen verlorene Elektrolyte anpassen. Viele Menschen trinken in einem kalten Winter weniger und diese sollten langsam wieder 5-10 Gläser Mineralwasser pro Tag trinken.

Im Mai müssen wir gut auf unsere Leber achten und die saisonalen Obst- und Gemüsesorten helfen uns sehr gut dabei. Die Natur ist erstaunlich und bietet uns genau das, was wir brauchen, wenn wir genau hinschauen und saisonal und regional konsumieren.

Die Saison der frischen grünen Salate beginnt und deren bittere Vertreter wie Rucola, Endivien, Chicoree, Radicchio unterstützen unsere Leber hervorragend. Außerdem helfen bittere, adstringierende Salate den Kapha-Pitta-Typen, ihre mit übermäßiger Feuchtigkeit einhergehende Beschwerden zu lindern (z.B. geschwollene Extremitäten und Augen). Süße Bohnen, Karotten und Rüben sind gute Ergänzungen zu den frischen, grünen Salaten und Gemüsen. Es gibt jetzt eine große Auswahl und Brokkoli, entwässernder Blumenkohl und die für alle Typen ausgleichenden grünen Bohnen sind nur einige Beispiele. Bei den Gewürzen sind in der zunehmend wärmeren Zeit eher die kühlenden zu empfehlen wie beispielsweise Fenchelsamen, Kardamom, Zitronenschalen. Kühlende “Grüns” sind außerdem Gurke, Avocado, Koriander. Koriander ist ein verdauungsförderndes Kraut, das zugleich kühlt und eignet sich somit hervorragend, um einen Pitta-Überschuss auszugleichen. Frische süße oder süß-saure Beeren wie Blaubeeren und Erdbeeren haben jetzt Saison, unterstützen die Leber und enthalten wichtige Antioxidantien.

Getreide wie Amaranth, Gerste und Quinoa gehören zu den eher austrocknenden Getreidesorten und eignen sich für Pitta und Kapha-Typologien bzw. -zustände. Empfehlenswert sind jetzt leichtere Proteinquellen wir Tofu oder Mungbohnen und der Mai ist eine idealer Monat, um den Fleischkonsum zu reduzieren oder gar einzustellen.

Vata-Typologien müssen mit den bisher genannten Empfehlungen vorsichtig umgehen, denn sie haben ohnehin eine trockene, kühle Natur und sollten diese respektieren. Die Unterstützung der Leber durch bittere Gemüse und Kräuter ist auch für sie wichtig, doch sie sollten mehr auf den süßen Geschmack der gewählten Gemüsesorten achten (Karotten in allen Formen und Farben, Spargel in Maßen, grüne Bohnen, Mangold, Bärlauch) und insgesamt alles gegart essen. Ihr Verdauungssystem kommt mit rohen Speisen schlecht zurecht, da diese das ohnehin schwache Verdauungsfeuer der Vata-Typen noch weiter schwächen. Ingwer bleibt hier das ganze Jahr hindurch aktuell und ein lauwarmer Salat aus gedünstetem Gemüse, angereichert mit gebratenem Tofu oder gegarten Mung-Linsen und einer reichhaltigen Salatsoße wäre eine gute Alternative zu einem grünen Blattsalat.

https://www.joyfulbelly.com/Ayurveda/article/10-Ayurvedic-Recipes-for-May/5958 

https://www.volker-mehl.de/

Eine Meditations-Anregung: https://deepakchoprameditation.de/