Er ist ein kostbares Gut, insbesondere in aufwühlenden Zeiten wie den aktuellen. Wenn wir merken, dass das Äußere uns innerlich maßgeblich und dauerhaft beunruhigt, gar ängstigt, obwohl der aktuelle Moment keine unmittelbare akute Gefahr darstellt, tun wir gut daran, etwas für unseren inneren Frieden zu tun.

Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass eine scheinbar perfekte äußerliche Welt uns trotzdem innerlich nicht dauerhaft glücklich machen wird, wenn wir nicht an unserer inneren Welt arbeiten. Was uns dauerhaft glücklich macht, ist ausschließlich unsere innere Welt – und diese ist für jeden Menschen individuell.

Die äußeren Situationen verändern sich ständig und wenn wir unser Wohlbefinden von einem spezifischen Zustand des Außen abhängig machen, werden wir nicht wirklich glücklich werden können. Vielleicht kennst du dieses Muster: “Wenn ich diesen tollen Urlaub machen kann, werde ich glücklich sein” oder “Wenn ich diesen neuen Job bekomme, werde ich glücklich sein” oder “Wenn ich diese andere Wohnung (ersetzbar mit allen materiellen Wünschen) habe, bin ich glücklich”, doch das “Glück” hält nur kurz an und sobald das Neue zum Alltag geworden ist, lösen neue Wünsche das Glücksgefühl ab und das Ganze beginnt von vorne.

Die äußere Welt können wir nicht oder allenfalls sehr bedingt beeinflussen, aber wir können sehr wohl unseren innerlichen Umgang mit den Situationen, die uns begegnen, steuern. Die Gedanken, die unser Verstand produziert, spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Es gibt verschiedene Wege, ihn zu finden, diesen inneren Frieden. Sie alle bedürfen beständiger Übung, aber es lohnt sich und macht frei(er). Zu Beginn kann eine friedliche Umgebung sehr hilfreich sein und je öfter man in einer solchen übt, desto leichter findet man diesen friedlichen innerlichen Zustand in einer aufgeregten Umwelt.

Dabei geht es nicht um eine Gedankenkontrolle oder -unterdrückung, denn das führt auf Dauer zu einem “Stau”. Vielmehr geht es darum, die Gedanken kommen und auch wieder gehen zu lassen – und zwar sowohl die, die für uns unangenehm sind als auch die angenehmen. Wir können lernen, unsere Gedanken wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Wir können auch lernen, eingefahrene “falsche” Gedankenmuster, die uns schlecht, aber vertraut fühlen lassen, zu erkennen und bewusst mit alternativen und trotzdem stimmigen Gedanken zu ersetzen, die uns positiver stimmen. Ein Beispiel: wir wachen morgens auf und erinnern uns daran, dass wir uns gestern schlecht gefühlt haben, wissen aber nicht sofort weshalb; also versuchen wir, uns zu erinnern und dann fällt uns ein, dass ein Freund/eine Freundin nicht auf unseren Gruß reagiert hat, was uns irgendwie verunsichert oder verletzt hat, und schon fühlen wir uns wieder schlecht, obwohl die verursachende Situation gar nicht mehr vorhanden ist. Möglicherweise hat die Person uns gar nicht wahrgenommen, weil sie in Gedanken war o.ä., aber wir machen unser Befinden sogar am Tag danach noch von einer äußeren Situation abhängig. Dieses Muster lässt sich auf unzählige Situationen übertragen. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir keine “Opfer” unserer Umstände sind oder unsere Kindheit oder unserer Mitmenschen oder oder oder. Es gibt selbstverständlich furchtbare Situationen wie Jobverlust, schwere oder gar als unheilbar geltende Krankheiten, Kriege, Todesfälle geliebter Menschen u.v.a.m. Das löst schwer aushaltbare Empfindungen in den Betroffenen aus. Man möchte sich nicht so fühlen, man möchte zufrieden, unbeschwert, geliebt, liebend, sicher und “glücklich” sein.

Die einzige Sicherheit, die es gibt, ist die, dass wir nichts festhalten können, alles fließt und verändert sich. “Es geht immer vorüber, so oder so, wie noch jeder einzelne Moment seit Menschengedenken, sei er noch so grausam oder schön, widerstandslos vergangen ist.” (“Spieltrieb”, Juli Zeh)

Unsere Gestaltungsmöglichkeiten der Außenwelt sind beschränkt auf das, was wir tatsächlich selbst verändern können, aber es gibt Millionen Dinge, die wir nicht beeinflussen können, angefangen bei dem Wetter, über das sich manche Menschen furchtbar aufregen können (reine Energieverschwendung), über den vorausschleichenden Autofahrer bis hin zu den oben genannten Schicksalsschlägen. Diese führen bei Manchen zu einer tiefen Krise, aus der sie nur herauskommen, wenn sie etwas an ihrem Inneren verändern.

Die aktuelle Situation hat viele Menschen in eine Krise gestürzt, die nicht mit Geld oder anderen materiellen Gütern zu bewältigen ist. Sie brauchen Hilfe auf einer anderen Ebene, damit das Außen sie nicht dauerhaft schädigt. Denn möglicherweise geht die Pandemie noch nicht zu Ende oder es gibt eine neue oder eine ganz andere schwere Krise.

Eine Möglichkeit dieser inneren Friedensarbeit sind gezielte Mediationen. Hier gibt es kein Patentrezept und vor allem kein “richtig” oder “falsch”. Einzige Bedingung ist Regelmäßigkeit und das bedeutet: täglich und zwar idealerweise direkt nach dem Erwachen am Morgen. So können sich die oben genannten “gestrigen” Denkmuster gar nicht erst auf den heutigen Tag auswirken und wir können “neu” starten und heute ein “anderer” Mensch sein als gestern, der besser mit dem Leben zurecht kommt.

Mittlerweile belegen gute Studien, dass bei regelmäßiger Meditation sich neben der Herzfrequenz auch die Vernetzungen im menschlichen Gehirn verändern können und sich so neue “Muster” einprägen können. Das löst entsprechende körperliche Reaktionen aus und kann Heilung unterstützen. Solche neuen Denk- und Gefühlsmuster, die zu mehr innerem Frieden führen, sind eine bestmögliche Voraussetzung, um kommende Krisen, die eben auch zum Leben gehören, bestmöglich zu durchleben. (https://www.welt.de/wissenschaft/article123325891/Wie-Meditation-Gehirn-und-Geist-veraendert.html)

Ein interessante, neue Sichtweise (leider amerikanisch kommerzialisiert, aber inhaltlich trotzdem beachtenswert; keine Werbung!)

https://drjoedispenza.com/pages/scientific-research

https://drjoedispenza.com/blogs/dr-joe-s-blog/your-brain-and-the-immune-system

https://www.youtube.com/watch?v=K70McWv4e24

Noch ein erklärender Link (keine Werbung!):

https://www.youtube.com/watch?v=qtr21LqHKcs

Allgemein zur Wirkung von Meditationen:

https://eat-yur-life.de/warum-meditation-heilung-unterstuetzen-kann/