Die Frage ist im Grunde genommen sehr einfach zu beantworten: weil wir alle ein sehr mächtiges Unterbewusstsein haben, in dem wir verdrängte Erfahrungen unseres Lebens sammeln. Unser Selbstbild, unsere Beziehungsfähigkeit, unsere Erfolge oder Misserfolge werden davon mitbestimmt. Je voller dieser Speicher wird, desto problematischer gestalten sich unsere Beziehungen, desto destruktiver wird unser Verhalten und desto regelmäßiger wiederholen wir ungute Muster. Selbst wenn wir einige dieser Muster als destruktiv erkennen, gelingt es meist nicht, diese grundsätzlich und dauerhaft zu durchbrechen.

Bei uns in Deutschland braucht es meist einen entsprechenden “Leidensdruck” bis wir uns “trauen” eine Therapie zu beginnen. In den Köpfen scheint noch allzu häufig des Bild des “Verrückten”, der man keinesfalls sein möchte, übermächtig zu sein. Doch es ist wichtig, das eigene Ich wirklich kennenzulernen, um diese o.g. Muster zu lenken, das eigene Seelenleben zu strukturieren und zu einer selbstbestimmten, individuellen, guten Lebensführung zu finden. (unbezahlte “Werbung”: http://dr-fj-stickel.de/wp-content/uploads/2016/05/FranzJosefStickel_DieAuffindungdesIch.pdf )

Wichtig ist dabei, für sich selbst die passende Therapieform und Therapeuten/-in zu finden. Auf persönlicher Ebene müssen Patient/-in und Therapeut/-in vertrauensvoll miteinander arbeiten können, wenn das Ganze erfolgreich werden soll. Darum gibt es sogenannte probatorische Sitzungen, d.h. es können je nach Krankenversicherungen probeweise einige Sitzungen in Anspruch genommen werden, um herauszufinden, ob die Beteiligten gut zueinander passen. Innerhalb der Psychotherapie gibt es viele Felder, die den Betroffenen häufig auf eine möglichst kurzfristige Weise helfen sollen, was in einer akuten Krisensituation sehr wichtig sein kann.

“Die Couch ist das Symbol der Psychoanalyse. Sigmund Freud hat sie 1890 begründet, die Theorie, die besagt, dass der Mensch sich selbst nicht gut kennt. Dass er oft keine Ahnung davon hat, warum er tut, was er tut, denkt, was er denkt, und fühlt, was er fühlt. Er ist nur selten Herr im eigenen Haus, seine unbewussten, triebhaften Anteile kommen ständig mit verinnerlichten sozialen Normen ins Gehege und führen zu Konflikten…Jetzt gibt es endlich Studien, die der Psychoanalyse ihr angestaubtes Image nehmen. Sie zeigen: Sie wirkt doch. Und nicht nur genauso gut wie andere Verfahren, sondern besser – weil viel nachhaltiger. „Deswegen fragen Psychoanalytiker: Welche Geschichte verbindet sich mit einem Symptom? Wie ist die Persönlichkeit dieses speziellen Menschen aufgebaut, welche Strukturen haben sich in ihm gebildet? Die muss man erst verstehen, bevor sich jemand grundlegend ändern kann.“ Eine kurze Intervention…könne helfen, wenn man in einer Krise stecke, aber ein stabiles inneres Gerüst habe. Kämen Probleme immer wieder, dann müsse man aber grundlegende Strukturen erkennen, durchbrechen, ändern. Und das brauche Zeit.” (Quelle:https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article152795956/Warum-die-Psychoanalyse-ein-Comeback-feiert.html ) und nochmal (unbezahlte “Werbung”: http://dr-fj-stickel.de/wp-content/uploads/2016/05/FranzJosefStickel_DieAuffindungdesIch.pdf ). Dabei gilt es zu verinnerlichen, dass “Leben” bedeutet, Probleme zu lösen. Diese sind von Aufgaben dadurch zu unterscheiden, dass Aufgaben klar definiert sind (z.B. Abendessen kochen) und Probleme ganz unbekannt zu lösen sind (z.B.  wie kann ich meine Familie ernähren?). Die Probleme können klein oder groß, sehr dringend oder weniger dringend sein, aber wegen ihres unbekannten Lösungsweges verunsichern sie zunächst. Unsicherheit kann zu Angst führen, diese wiederum kann auf Dauer “krank” machen. Werden die Probleme verdrängt, führen sie mit Sicherheit in psychische oder physische Krankheit. Probleme müssen bearbeitet werden und um dies zuverlässig erledigen zu können, muss unser “Ich” (= Hausherr) gut geschult werden und seine “Helfer” (Verstand, Gefühle) gezielt kontrollieren und einsetzen, insbesondere, wenn die Probleme tiefgreifend sind bzw. empfunden werden – hierbei kann die Psychoanalyse oder die tiefenpsychologische Arbeit helfen!

https://www.therapie.de/psyche/info/fragen/wichtigste-fragen/unterschied-psychotherapeut-psychologe-psychiater/

https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article166563264/Wenn-die-Psychotherapie-alles-schlimmer-macht.html