Wirsingkohl – igitt! So habe auch ich lange auf den Kohl reagiert und mich wahrscheinlich dabei unbewusst an den fettigen Rahm-Speck-Wirsing aus frühen Kindheitstagen erinnert, dessen Geruch und Geschmack ich damals abstoßend fand.

Mittlerweile ist der Wirsing salonfähig geworden und die vielen verschiedenen Zubereitungsmöglichkeiten bieten für jeden Geschmack etwas. Grundsätzlich sind die Blätter des Wirsings zarter als die des Rot- und Weißkohls und der hellgrüne junge Früh- und Sommerwising ist dabei besonders zart. Die späteren Sorten des Herbstwirsings sind hinsichtlich Konsistenz, Farbe und Aroma kräftiger.

Der Wirsing hat einiges zu bieten:

  • er enthält viel Chlorophyll: der grüne Pflanzen-Farbstoff fördert unter anderem die Blutbildung, gleicht Magnesium-Mangel aus, unterstützt die Wundheilung. Studien ergeben, dass Chlorophyll offenbar auch gegen Demenz, Diabetes und Krebs vorbeugen kann
  • er hält gesund und jung: andere Pflanzenstoffe in Wirsing verstärken die Wirkung von Chlorophyll noch erheblich. Verschiedene Flavonoide, Indole und Phenole können nachweislich unsere Zellen vor schädlichen Einflüssen durch freie Radikale schützen und vorzeitige Alterungsprozesse verzögern
  • er schützt die Körperzellen: In 100 Gramm Wirsing stecken 2,5 Milligramm Vitamin E – schon 250 Gramm Wirsing decken den durchschnittlichen Tagesbedarf zur Hälfte. Vitamin E schützt die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen durch freie Radikale, beugt Krankheiten und ebenfalls vorzeitigen Alterungsprozessen vor
  • er kann Krebs vorbeugen: Wirsing enthält reichlich sogenannte Glucosinolate. Bei der Verwertung dieser Pflanzenstoffe im Körper entstehen Substanzen, die nachweislich einer Krebsentstehung in Magen, Brust, Unterleib, Leber und Lungen vorbeugen können
  • gute CO2-Bilanz: Mit einem Emissionswert von unter 130 Gramm pro 100 Gramm, ist die CO2-Bilanz von Wirsing gut. Die CO2-Werte basieren auf den Berechnungen des IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und wurden für jedes Lebensmittel jeweils einzeln als „durchschnittliches Lebensmittel“ bilanziert, wie diese in Deutschland verkauft werden. Sie berücksichtigen den Produktionsort, die Produktionsmethode, alle damit verbunden Transporte, die Verarbeitung, die Verpackung und die Lagerung anteilig. Die Emissionen aller Treibhausgase wie z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) wurden berücksichtigt und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vereinfacht wird allerdings nur von CO2 gesprochen

(Quelle: https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/kohl/wirsingkohl)

Vata-Typologien (https://eat-yur-life.de/vata/) sollten ganz besonders gut auf ihren Körper hören. Sie sollten den Wirsing (wie alle anderen Kohlsorten) nur gegart und mit verdauungsfördernden Gewürzen wie (Kreuz-)Kümmel, Anis, Asafoetida verzehren.

Unabhängig von der Zubereitungsart kann es insgesamt empfehlenswert sein, Wirsing zunächst in kleineren Mengen zu essen und die eigene Verträglichkeit zu testen.

Hier finden sich tolle Rezepte:

https://kraut-kopf.de/recipe/gefuellter-wirsing/

https://www.herrgruenkocht.de/wirsing-quiche-mit-lughurt-natur-kreuzkuemmel-und-einer-krossen-kartoffeldecke/

https://www.eat-this.org/orientalische-wirsing-rouladen/